Gesetze und Verordnungen

Die wichtigsten Gesetze und Verordnungen bezüglich der energetischen Qualität eines Gebäudes sind das Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und die Energieeinsparverordnung (EnEV). Das Energieeinsparungsgesetzt (EnEG) ermöglicht der Regierung den Erlass von Verodnungen, wie z. B. der EnEV.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die EnEV regelt, welche bautechnischen Standardanforderungen zum effizienten Betriebsenergiebedarf eines Gebäudes oder Bauprojektes dem Bauherren vorgeschrieben werden. Aufgrund der Vergleichbarkeit von Energieträgern und dem Ziel der Schonung nicht erneuerbarer Ressourcen, werden die Anforderungen der EnEV auf die Primärenergie bezogen. Diese kann nur rechnerisch ermittelt werden.
Die EnEV beinhaltet zudem Nachrüstpflichten für Bestandsbauten und Heizungsanlagen. Abhängig von den vorgeschriebenen Randbedingungen müssen diese Pflichten vom Eigentümer bis zu bestimmten Stichtagen umgesetzt werden. Bedingte Anforderungen greifen nur dann, wenn Einzelmaßnahmen umgesetzt werden.

Nachrüstpflichten nach EnEV 2009:

  • Warmwasser- und Heizungsleitungen sowie dazugehörige Armaturen, die sich in unbeheizten Räumen befinden, müssen mit einer Dämmung versehen sein. Das betrifft beispielsweise Leitungen, die in einem unbeheizten Keller verlegt sind
  • Die oberste Geschossdecke, die beheizte Räume gegen einen unbeheizten Dachboden abgrenzt muss gedämmt werden (Dachbodendämmung). Diese Dämmpflicht entfällt, wenn das darüber liegende Dach gedämmt wird oder bereits entsprechend gedämmt ist
  • Wurde der Heizkessel vor 1978 eingebaut, muss dieser ausgetauscht werden
  • Ausnahme von den Nachrüstpflichten: Ein- und Zweifamilienhäuser, in denen der Eigentümer bereits vor dem 1. Februar 2002 gewohnt hat

Nachrüstpflichten nach EnEV 2014 (ab 1. Mai 2014):

  • Zugängliche Decken beheizter Räume gegen unbeheizten Dachraum müssen nun bis Ende 2015 auf einen maximaler U-Wert von 0,24 Watt/(m²K) gedämmt werden, wenn sie die Baunorm nicht erfüllen. Alternativ, kann der Eigentümer das darüber liegende Dach entsprechend dämmen
  • Heizkessel, die bis Ende des Jahres 1984 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden
  • Heizkessel, die 1985 oder später eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden
  • Die bereits bestehende Austauschpflicht von Heizungen, die vor dem 1. Oktober 1978 aufgestellt wurden, besteht weiterhin

Nach wie vor genießen folgende Heizungsanlagen einen Bestandsschutz und Eigentümer können sie weiter betreiben:

  • Niedertemperatur-Heizkessel
  • Brennwert-Heizkessel
  • Heizungsanlagen mit einer Nennleistung unter vier Kilowatt oder über 400 Kilowatt
  • Heizkessel für marktunübliche flüssige oder gasförmige Brennstoffe
  • Anlagen, mit denen nur das warme Wasser bereitet wird
  • Küchenherde
  • Geräte, die hauptsächlich ausgelegt sind um den Raum in dem sie aufgestellt sind zu beheizen, die jedoch auch Warmwasser für die Zentralheizung und für sonstigen Gebrauch liefern

Bußgelder bei Verstößen gegen die EnEV 2014:

Bis zu 50.000 Euro Bußgeld können folgende neue Tatbestände nach sich ziehen: alte Heizkessel trotz Betriebsverbot nutzen; ungedämmte Leitungen nicht wie gefordert isolieren; oberste zugängliche Geschossdecke, die nicht der Baunorm entspricht nicht pflichtgemäß dämmen.
Bis zu 15.000 Euro Bußgeld drohen, wenn ein Verpflichteter vorsätzlich oder leichtfertig: den Energieausweis bei Verkauf oder Neuvermietung nicht wie gefordert übergibt oder vorlegt, oder wenn er die Pflichtangaben in kommerziellen Anzeigen nicht veröffentlicht. Diese letztgenannte Ordnungswidrigkeit tritt allerdings erst ein Jahr später – d.h. ab 1. Mai 2015 – in Kraft.
Bis zu 5.000 Euro Strafe können anfallen, wenn ein Sachverständiger die zugeteilte Registriernummer nicht einträgt oder die Unterlagen und Daten für die Stichprobenkontrolle nicht wie gefordert übermittelt.

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG):

Das EEWärmeG sieht vor, dass bei Wohnneubauten ein Teil (15 bis 50 %) des Wärme- und Kältebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden muss. Der regenerative Energieträger ist frei wählbar und es sind „Ersatzmaßnahmen“, wie die Unterschreitung der EnEV-Anforderungen um 15% oder Abwärmenutzung möglich.